Frauenforschungs-, -bildungs- und Informationszentrum e. V.

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Wir trauern um:

CORDULA Marion ALBRECHT, geboren 15.12.1955 in Berlin, Tochter von Erika und Nils Albrecht.

Cordula besuchte die Grundschule in Tempelhof und betätigte sich – wohl mit Unterstützung ihres Vaters, der Polizeibeamter war - mit großem Erfolg viel sportlich. Schließlich wurde Volleyball ihre Leidenschaft. Bereits 1977 war sie Co-Autorin der Schrift: Volleyball. Theorie und Technik der Ballbehandlung. Eine programmierte Bewegungslehre zur Schulung von Anfängern. Im gleichen Jahr gewann sie eine Medaille für den 3. Platz bei der Berliner Polizei-Meisterschaft der Volleyball-Frauen und eine weitere Volleyball-Medaillen-Auszeichnung im Jahr 1981. Parallel zu ihrer Berufsarbeit bei der Kriminalpolizei, legte Cordula 1987 ihr Examen als Diplomsoziologin an der FU Berlin ab und reichte dazu die Schrift ein: „Die weibliche Kriminalpolizei. Darstellung des Berufes unter Berücksichtigung sozialpädagogischer Zusammenhänge“.
Seit den späten 1980er Jahren war sie aktiv in der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und Mit-glied der SPD. Sie organisierte 1993 das erste Frauenforum in der GdP und war im März 1994 beteiligt an der Ersten Bundesfrauenkonferenz der GdP in der Philharmonie Suhl. Zu dieser Zeit arbeitete sie als Kriminalhauptkommissarin bei der Landespolizeidirektion Dezernat Verbrechensbekämpfung 132 auf dem Platz der Luftbrücke. Sie wohnte zunächst in der Pariser Strasse 37 und zog von dort (wegen Lärmbelästigung) in die Reichsstrasse 29 in Berlin-Charlottenburg.

Cordula Marion AlbrechtVon 1991 war sie bis 2002 Mitglied in unserer Einrichtung, an deren Arbeit sie sich aktiv beteiligte, zeitweise auch als Vorstandsmitglied. Durch das FFBIZ erfuhr sie von der Gründung eines „European Network for Policewomen“ in den Niederlanden und nahm zu diesem Kontakt auf. 1992 beteiligte sie sich an der Tagung für Kritische Kriminologie in Hamburg und leitete sie ein Seminar „Gewalt gegen Frauen“ mit Berichten aus verschiedenen Frauenhäusern. Zudem war sie Referentin auf der 2. Konferenz des European Network of Policewomen in Bramshill/ England und lernte dort Kripo- und andere Polizeibeamtinnen aus der ganzen Welt kennen. Im Jahr darauf vertrat sie das ENP auf seiner August-Konferenz in Luxemburg, ehe sie für Oktober 1993 zum ersten ENP-Deutschlandtreffen und zur Gründungsversammlung des deutschen Zweig des ENP ins Rote Rathaus einlud. Zusammen mit der Fachhochschule für Polizei in Villingen-Schwennigen veranstaltete das ENP unter maßgelblicher Initiative von Cordula 1994 dort das Seminar „Frauen in der Polizei – Bestandsaufnahme und Perspektiven . Auch an der ersten Konferenz von Polizistinnen in Wien (Österreich) im März 1997, an der Festveranstaltung „75 Jahre WKP in Köln“ 1998 und an der ersten gesamtdeutschen Konferenz für Polizistinnen in Meiningen (Thüringen) im Dezember 1998 war sie als Berlin- und Deutschland-Repräsentatin des ENP (von 1992-1998) aktiv beteiligt.

Nachdem sie als FFBIZ-Reader bereits 1993/94 ein Papier „Erst- und Konfliktgespräche mit Betroffenen von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz“ herausgegeben hatte, setzte sie diesen in den Folgejahren in verschiedenen workshops vor allem mit Frauenvertreterinnen in Berlin und im weiteren Bundesgebiet ein. 1996 veröffentlichte sie den Artikel zur sexuellen Belästigung von Polizistinnen in Unbequem. Zeitung Kritischer BA Polizistinnen und Polizisten. 1998 schloss sie zu einem ähnlichen Thema einen Honorarvertrag mit der Gesell-schaft für politische Bildung ab. 1999 schließlich war sie Referentin auf der World-Confe-rence der International Association of Female Police in Toronto (Canada).

Nach 2000 wurde Cordula als Ausbilderin an der Landespolizeischule mehrfach in Fernsehsendungen als Expertin befragt. Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V. veröffentlichte 2004 als ihr Heft 4 Albrechts Beitrag „Perspektiven von Tätern und Opfern. Gewalt in der Familie, die Sensibilität der Gesellschaft und die Rolle der Medien“. In einer Ringvorlesung an der Universität Marburg thematisierte Cordula ihre Erfahrungen in der polizeilichen Ausbildung mit dem Gewaltschutzgesetz von Dezember 2001.

Cordula war sehr interessiert an internationalem Austausch und dem Kennenlernen anderer Städte und Länder. Sie besuchte mehrfach Dänemark sowie Amsterdam und Amersford, die Canalinsel Jersey und Südengland, New York, Montreal/Canada und Ontario, Frankreich und Italien.

Sie starb nach längerer Lungenkrebs-Krankheit am 28.06.2010 in Neu Ruppin und wird am Donnerstag, den 29.07.2010 um 12 Uhr 15 auf dem Waldfriedhof Zehlendorf beerdigt.

 

Zuletzt aktualisiert am 23.07.2010
Nächste Aktualisierung: Freitag, 06.08.2010
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