Grauer geht`s nicht:
was die Bibliotheken der sozialen Bewegungen sammeln

Bibliotheken sind geordnete und benutzbare Literatursammlungen (3). Die Aspekte der Ordnung und der Benutzbarkeit unterscheiden eine Bibliothek von einem unstrukturierten Bücherhaufen. Bei den gesammelten literarischen Dokumenten handelt es sich vorrangig um gedruckte oder anderweitig vervielfältigte Bücher, Broschüren, Zeitschriften oder Zeitungen. Da Bibliothekssammlungen zunehmend audiovisuelle und elektronische Datenträger umfassen, werden sie auch als Mediensammlungen definiert. Die Beschreibung von Bibliotheken als Literatursammlungen versucht, eine Abgrenzung gegenüber archivischen Beständen herzustellen. Bibliotheken sammeln, ausgehend von einem weit gefassten Literaturbegriff, ganz allgemein veröffentlichte oder zur Veröffentlichung bestimmte Texte. Im Gegensatz dazu beschäftigen sich Archive mit nicht zur Veröffentlichung bestimmten Akten, Urkunden, Manuskripten, Korrespondenzen und Geschäftstexten politischen, rechtlichen, amtlichen oder biografischen Charakters.

Die Übergänge sind insbesondere in kleinen Archiven und Spezialbibliotheken der sozialen Bewegungen fließend. Viele dieser Einrichtungen bezeichnen sich als Archiv, obwohl sie hauptsächlich Bücher und Zeitschriften sammeln. Manche Einrichtung ist beides zugleich: Teile der Sammlung sind Bibliotheksgut, Teile bestehen aus Archivalien. Grundsätzlich handelt es sich mehrheitlich um Material, das in anderen, “normalen” Bibliotheken gar nicht gesammelt wird und unter den Begriff “Graue Literatur” fällt. Traditionell sind mit dieser Bezeichnung außerhalb des Verlagswesens erscheinende Druckschriften (Reports, Tagungsbände, Reader, etc.) gemeint. Ein erweiterter Begriff von “Grauer Literatur” umfasst alle Arten von in unkonventioneller Weise erscheinendem Schriftgut: z.B. im Selbstverlag herausgegebene Tagungsreader, Broschüren, selbstgedruckte, kopierte und in Kleinstauflage verteilte Zeitschriften oder Newsletter.

(3)
zur Darstellung der klassische Bibliotheksarbeit
vgl. v.a.: Hacker (2000);
vgl. zur Übersicht auch: Busse/u.a. (1999).

Literaturverzeichnis

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