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Erschließungsprojekt – Nachlass Irene Stoehr

Erschließung | Digitalisierung

Das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) fördert 2024 ein FFBIZ-Projekt zum Nachlass von Irene Stoehr.

Irene Stoehr wurde 1941 in Brieg geboren. Im Alter von vier Jahren floh sie mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter gemeinsam nach Berlin, wo sie den größten Teil ihres Lebens verbrachte. Nach dem Abitur studierte sie Soziologie und Politik in Berlin und München und arbeitete daraufhin in verschiedenen Forschungsinstituten. 1970 erhielt Stoehr eine unbefristete Stelle als Professorin an der Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Hildesheim. Sieben Jahre später kündigte sie und wechselte auf eine befristete Assistentinnenstelle für „Frauenarbeit und Frauenbewegung“ an der FU Berlin. In den folgenden Jahren forschte und publizierte sie zur Geschichte der deutschen Frauenbewegung zwischen 1890 und 1990. 1999 promovierte sie zu dem Thema „Weibliche Kultur und Partizipation. Wandlungsprozesse und Konflikte der bürgerlichen Frauenbewegung im 20. Jahrhundert“. Ihr Lebenswerk umfasste eine breite Palette von Themen, darunter die Einbindung von Frauen in die historische Frauenbewegung, feministische Aktivitäten in Berlin sowie detaillierte Abhandlungen über individuelle Akteurinnen der Frauenbewegung wie Helene Lange und Alice Salomon.

Irene Stoehr war eine der Organisatorinnen der ersten Berliner Sommeruniversitäten für Frauen, die in den siebziger Jahren ins Leben gerufen wurde und Frauen die Möglichkeit bot, sich in informellen und inklusiven Bildungsumgebungen weiterzubilden. Sie umfassten Workshops, Diskussionen und Veranstaltungen zu feministischen Themen und trugen dazu bei, die Partizipation von Frauen an akademischen und gesellschaftlichen Diskursen zu fördern.

Ab den 80er Jahren war Stoehr Redakteurin und Autorin der feministischen Zeitschrift Courage und Mitherausgeberin der Zeitschrift Unterschiede. Sie verstarb am 26. Februar 2023 im Alter von 82 Jahren in Berlin nahe der Krummen Lanke.

Im Rahmen des DDF-Projekts soll der im FFBIZ liegende Nachlass erschlossen werden, der vor allem Materialien zu ihren Forschungsprojekten, Korrespondenz, Unterlagen zu ihrer Familie und ihrer Krankengeschichte enthält. Außerdem digitalisiert das FFBIZ im Projektzeitraum auszugsweise Materialien aus Bestandsschutzgründen.